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Die Grundsteinlegung des Altenberger Doms im Jahr 1259 und seine
Weihe 1379 reichen in die vorreformatorische Zeit zurück.
Viele Jahrhunderte war hier die Gebetsstätte der Zisterziensermönche,
die sich 1133 im Tal der Dhünn niedergelassen und hier ein
Kloster errichtet hatten. Bis zum 16. Jahrhundert gab es in Mitteleuropa
nur eine christliche Kirche. Das Leben und Beten dieser Mönche
war insofern ein Ausdruck der Einheit.
Nach der Konfessionsspaltung
blieb der Dom im Besitz des Zisterzienserordens, der aber 1803
in den napoleonischen Wirren aus Altenberg vertrieben wurde.
So kam es, daß der Dom verfiel.
Unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV.
wurde er aber wiederhergestellt und seiner Bestimmung als Gottesdienststätte
neu zugeführt, allerdings durch ein königliches Dekret
1857 mit der Auflage, dass er "simultan", also
von beiden in der Gegend Altenbergs ansässigen christlichen
Konfessionen, der evangelischen und der katholischen, zur Feier
des Gottesdienstes zu nutzen sei.
Diese Auflage führte zunächst zu manchen Streitigkeiten
um die Art der Nutzung und um die Gottesdienstzeiten. Als aber
dann in der Mitte dieses Jahrhunderts der Ruf nach Einheit der
christlichen Kirchen lauter wurde, erkannten die damaligen Dompfarrer
Gerhard Hage (ev.) und Reiner Hütten (kath.), dass
es notwendig sei, intensivere Kontakte zu verwirklichen, und
zwar nicht nur zwischen den beiden Pfarrern, sondern vor allem
zwischen den beiden Gemeinden.
So entstand ein "Christenrat", gebildet aus delegierten
Vertretern beider Kirchengemeinden am Altenberger Dom. Seine
Aufgabe war zunächst das Bemühen um einen konfliktfreien
Umgang der beiden Gemeinden miteinander, dann aber auch die gemeinsame
Aufarbeitung theologischer Fragen, um so die Erblast der Konfessionsspaltung
schrittweise abzutragen und den Weg zu mehr Einheit unter den
Konfessionen zu bereiten.
Nach dem beidseitigen Pfarrerwechsel 1975 und 1980 gingen Hans
Hausdörfer (kath.) und Botho Kurth (ev.) daran, die gewachsenen
Kontakte auch auf verbindendes Tun hin zu erweitern. So entstanden
gemeinsame Vortragsveranstaltungen, soziale Maßnahmen und
schließlich die ersten "ökumenischen" Gottesdienste.
Fast zur gleichen Zeit weitete sich der Blick über Altenberg
hinaus auf den Rheinisch-Bergischen Kreis. Neben den Altenberger
Ortsgemeinden bildete sich eine überregionale Gemeinde,
die den Altenberger Dom zu größeren Veranstaltungen
und insbesondere zu kirchenmusikalischen Darbietungen besucht.
Bei der Gestaltung des geistlichen Musikangebots wirken die beiden
"Domorganisten" und die beiden Chöre vorbildlich
zusammen.
1978 entstand der Kreiskatholikenrat, in dem alle Gemeinden und
kirchlichen Organisationen des Kreises vertreten waren. Dieser
rief sehr bald einen Ökumeneausschuss ins Leben und benannte
etwa 10 Damen und Herren für die Mitarbeit. Evangelische
Partner zu finden war schwer, da es wegen der anderen regionalen
Gliederung keine Instanz gab, die entsprechend delegieren konnte.
So wurden zunächst durch persönliche Kontakte einige
engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen, die dann
durch die Superintendenten ihrer Kirchenkreise legitimiert wurden.
Dieser Ökumeneausschuss arbeitete nach dem Vorbild des Altenberger
Christenrates. Seine Anliegen waren: Klärung theologischer
Fragen, Durchführung überregionaler Veranstaltungen,
Beratung von Ortsgemeinden in ökumenischen Angelegenheiten.
Hier wurde dann die Idee geboren, am 19./20. August 1994 in Altenberg
einen Ökumenischen Kirchentag unter dem Motto "Gemeinde
von morgen gemeinsam gestalten" für die Region des
Rheinisch-Bergischen Kreises, des benachbarten rechtsrheinischen
Köln und der Nachbarstadt Leverkusen durchzuführen
und dabei die orthodoxen und freikirchlichen Gemeinden dieser
Region einzubeziehen.
Dieses große Ökumenetreffen mit etwa 7000 Teilnehmern
und seinem Höhepunkt: einem ökumenischen Taufgedächtnisgottesdienst
unter Mitwirkung von Joachim Kardinal Meisner, Präses Peter
Beier, Metropolit Augoustinos und Bischof Dr. Walter Klaiber,
der auch vom Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen
Johannes Rau mitgefeiert wurde, gab der Ökumene im Rheinisch-Bergischen
Kreis neue Impulse.
Der Ökumeneausschuss des
Rheinischen-Bergischen Kreises wurde 1995 erweitert und neu strukturiert.
Seine Ziele, die Zusammensetzung und Gliederung, die Aufgabenverteilung
und die Tätigkeitsformen sind in der "Arbeitsordnung"
festgeschrieben. Der Kern ist die dreimal jährlich tagende
Vollversammlung, in der inzwischen fast jede christliche Kirchengemeinde
des Kreises durch offizielle Delegierte vertreten ist. Sie berät
die Grundanliegen ökumenischer Arbeit im Kreis und sorgt
für ökumenische Impulse und Informationen vom Ausschuss
in die Gemeinden und umgekehrt. Hier ist ein Novum entstanden,
da es seitdem in jeder Gemeinde ein zu besetzendes "Mandat
für Ökumene" gibt. Die konkrete Arbeit leistet
der gewählte Vorstand, unterstützt von den Arbeitsgruppen.
Die herausragenden Früchte dieser Arbeit sind der jährlich
stattfindende "Rheinisch-Bergische Ökumenetag" - so mit einer Jugendveranstaltung am
Vorabend 1996 in Refrath, 1997
in Wermelskirchen, 1998 als "Ökumenischer Pilgerweg"
zur Entzündung des Altenberger Ökumenischen Feuers
im Kölner Dom aus Anlass des 750.jährigen Domjubiläums,
1999 in Overath und 2002 in Herkenrath.
Die nächsten
Ökumenischen Kirchentage im
Rheinisch-Bergischen Kreis 2004
finden erstmals in der Stadtmitte von Bergisch Gladbach statt.
Ferner gibt es seit 1996 am Vorabend von Buß-
und Bettag das Altenberger Forum "Kirche und Politik",
bei dem sich Mandatsträger aus Kirche und Politik auf Kreisebene
zu Gottesdienst und Gedankenaustausch treffen.
So will Altenberg Ansporn und Mitte ökumenischen
Bemühens im Bergischen Land bleiben.
Und dankbar vermerken wir die
Ausstrahlung auch weit darüber hinaus, wenn wir im Pastoralbrief
zur Ökumene aus der Feder des Erzbischofs von Köln
(November 1998) einen ausdrücklich auf Altenberg hinweisenden
positiven Impuls zur Feier des Taufgedächtnisses lesen ...
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